Websitetypen: Statisch oder interaktiv?

Ein häufig vernachlässigter Faktor des zukünftigen Auftritts ist die Aktualität. Grundsätzlich haben statische, über das kaum veränderliche Angebot informierende Seiten natürlich ihre Berechtigung.

Gerne wird die leichte Bedienbarkeit des Content-Management-Systems als Vorteil verkauft, am liebsten in Verbindung mit einer Schulung. Im Alltag findet aber niemand die Zeit, irgendwelche aktuellen Beiträge zu verfassen oder gar Bilder auszutauschen – zumal all das einem gewissen Qualitätsniveau entsprechen sollte.

Planen Sie nur, was Sie auch leisten können

Planen Sie einen Nachrichtenbereich oder gar eine zentrale Blogeinbindung also wirklich nur dann ein, wenn Sie die Kapazität für dessen regelmäßige Pflege im Haus selbst oder durch Zukauf der Dienstleistung erbringen können.

Diese Aktualität ist dann allerdings ein kaum zu schlagender Vorteil: sowohl für die unmittelbare Kundenbindung, als auch für eine permanente SEO-Arbeit.

Prüfen Sie deshalb schon in dieser frühen Phase,

  • ob Ihr Angebot ausreichend aktuelle Informationen hergibt, für die sich außerhalb Ihres Unternehmens dann auch jemand interessiert,
  • ob es in Ihrem Marketing Mitarbeiter gibt, denen Sie zuverlässig ausreichend Zeit für diese Aufgabe einräumen können und die zusätzlich in der Lage sind, Texte und Bilder auf einem ausreichenden Qualitätsniveau zu organisieren,ob eine externe redaktionelle Betreuung (durch die Webagentur oder einen zusätzlichen Dienstleister, z.B. einen sachkundigen freien Texter/ Journalisten) in Frage kommt,
  • ob die SEO-Agentur diese Aufgabe mit übernehmen kann. Doch Vorsicht: Hier können Inhalte entstehen, an denen außer Google niemand mehr Freude hat.Je intelligenter die Suchalgorithmen aber werden, umso eher hört auch dort der Spaß auf.

Soll Ihre Seite aber statisch bleiben, kann mehr Aufwand in eine erstklassige Benutzerführung gesteckt werden. Überlegen Sie dazu:

Übersicht auf der Website bewahren – zuviele Links vermeiden

Ist Ihr Angebot homogen oder gibt es Angebote, die von besonderem Interessiere sind? Das müssen nicht Ihre persönlichen Favoriten sein sondern einfach Themen, nach denen gesucht wird.

  • An welchen Stellen sollten Sie den Besucher wohin weiterleiten? Zu viele Links innerhalb der Texte können zum “Rumgeklicke” führen , das die Aufmerksamkeit verringert. )?
  • An welchen Stellen erwartet der Leser mehr und ist auch dafür bereit?
  • An welcher Stelle ist z.B. die Kaufbereitschaft am höchsten und sollte durch eine Bestell- oder Kontaktmöglichkeit aufgefangen werden?
  • Welche Möglichkeiten können Sie integrieren, um den Kontakt für zukünftige Besuche zu halten (Newsletter, SocialMedia, Rückruf/Chatoptionen)?
  • Welche Themen sind so herausragend (unter Umständen aber nicht im Seitenkontext ausreichend abzubilden), dass sie vielleicht eine separate Auffangseite erfordern (sogenannte Landingpages)?
  • Entstehen auf mobilen Endgeräten andere Nutzungserwartungen als auf dem Bildschirm am Schreibtisch?

Wenn es Ihnen dagegen möglich und sinnvoll erscheint, das Zielpublikum mit regelmäßigen Informationen zu versorgen, muss dieser Teil der Seite einen zentralen Bereich einnehmen. Alles Weitere wird dann in der Regel auf Nebenseiten stattfinden. Ein Großteil der Neu- und Wiederbesucher wird über die Aktualität auf Ihre Seite gelangen und erst durch Links bei Ihren Artikeln auf konkrete Angebote geleitet ( sofern dies überhaupt notwendig ist, denn bei reiner Markenstärkung reicht die redaktionelle Bindung).

An dieser Stelle ist ein fester Redaktionsplan, auf den sich alle Verantwortlichen dann auch verlassen können, unerlässlich.

Stellen Sie sicher, dass die Autoren diese Aufgabe nicht nur irgendwie erledigen: – Mitarbeiter sollten sich nicht nebenher mit ihr beschäftigen müssen und für einen externen Dienstleister sollte dieser Posten ausreichend budgetiert sein. Nur dann werden Sie langfristig wirkungsvolle Inhalte erhaltenund diese auch erwartenkönnen.

Webcontent erstellen lassen

Online-Redaktionen bieten übrigens zu zahlreichen Themen Texte an. Diese bieten sie in unterschiedlichen Qualitätsstufen zu festen und durchaus günstigen Preisen an.

Ihr spezielles Tätigkeitsfeld werden allerdings die wenigsten so gut kennen wie Sie selbst und Ihre Mitarbeiter. In erster Linie werden diese Texte von Blogs eingekauft, bei denen es um regelmäßige, quantitative Redaktion geht um die begleitende Werbung attraktiv zu machen.

Unter Umständen können Sie aber Ihr Kernthema mit Beiträgen dieser Art ergänzen, wenn Ihre eigenen Möglichkeiten zu begrenzt sind.

Ein Hersteller von Sportartikeln kann beispielsweise neben selbst erstellten Beiträgen zu Funktion und Einsatz seiner Produkte allgemeinere Artikel über Training oder Sporternährung zukaufen. Dadurch wirktsein Angebot regelmäßiger und allgemeiner. Zudem verstärken die Artikel die Glaubwürdigkeit der Produktlinie.

Veröffentlichen Sie auf keinen Fall Artikel nur aufgrund ihrer vermeintlichen Aktualität. Ein Text über Ihre Jubiläumsfeier ist für den Kunden nicht nur uninteressant, sondern verhindert auch, dass er den darauf folgenden Beitrag dann überhaupt noch wahrnimmt.

Ebenso abschreckend sind die oftmals bemüht abgefassten Brückentexte zu aktuellen Anlässen. Natürlich können jahreszeitliche Bezüge das Gefühl ihrer Brisanz verstärken. -Einen durch das Angebot überhaupt nicht vorhandenen Bezug zur Fußball-WM herbeizuschreiben wirkt jedoch anbiedernd. Und in einer von Fußballthemen ertränkten Medienwelt auch noch öde. Anders verhält es sich jedoch, wenn Ihre Kunden absolut fußballbegeistert sind oder Sie sogar die Nationalmannschaft mit unverzichtbarem Zubehör ausrüsten. Dann bietet es sich selbstverständlich an, eine eigene Themenseite zu diesem Event zu erstellen.

Trennungsgründe – Content aufteilen?

Ich halte die Trennung von statischem Hauptauftritt und aktuellen Inhalten nur in Ausnahmefällen für sinnvoll!

Sie kann z. B. technischen Gründen geschuldet sein: Das bisher genutzte CMS soll weiter verwendet werden, unterstützt aber keine professionelle Blogfunktion. Oder die Firmenwebsite soll konservative Investoren (eine eher altmodische Kernzielgruppe) oder auch Handelspartner ansprechen, während sich der aktuelle Teil an junge Endverbraucher richtet.

Der Vorteil einer solchen Trennung kann dann eine vereinfachte Umsetzung von Redaktionsrechten für unterschiedliche Autoren sein. Vor allem aber kannein optimales technisches Umfeld für den jeweiligen Einsatzzweck genutzt werden.

Dieser positive Aspekt betrifft eher kleine Unternehmen, die durch standardisierte Lösungen ihre Kosten im Griff behalten wollen.

Bei großen Unternehmenswebseiten spielen die Kosten für eine gewünschte Softwareumsetzung, im Gegensatz zu den durch parallel betriebene Umsetzungen steigenden Betriebskosten, meist eine geringere Rolle. Verwaltung, Pflege, redaktionelle Zuordnung – all das, was im Kleinen nebenbei erledigt wird, bläht sich in komplexeren Verwaltungen zu einem zeit- und etatfressenden Bremsklotz aus.

In den letzten Jahren haben viele Unternehmen den aktuellen Teil in die sozialen Netzwerke übertragen. Dazu werden die aktuellen Inhalte der Seite mit eigens dafür erstellten Seiten innerhalb des Facebook-, Pinterest- oder Instagram-Netzwerkes verknüpft. Auf diese Weise erreichen Sie unter Umständen deutlich mehr Kunden, als Sie es mit ihrer Seite allein jemals geschafft hätten.

Nutzen von Social Media

Je nach Zielgruppe kann es sinnvoll sein, dem SocialMedia-Einsatz sogar mehr Beachtung zu schenken. Die eigene Seite muss dann natürlich zu den geweckten Erwartungen passen.

Produktankündigungen, Sonderangebote und Feedbackaktionen lassen sich schnell im Facebookaccount umsetzen. Designorientierte und visuell starke Produkte passen dafür gut in eine professionelle Pinterest- oder Instagram-Seite.

Der entscheidende Vorteil dabei ist die automatische Wiedervorlage: Interessiert sich ein Kunde für Ihre Leistungen, wird er Ihre Beiträge schnell “abonnieren”. Deutlich schwerer ist es da schon, jemanden zum Eintrag in Ihren Newsletterverteiler zu motivieren – und noch unwahrscheinlicher, dass die später versandten Inhalte überhaupt noch wahrgenommen werden. Natürlich “lieben” Suchmaschinen aktuelle Seiten. Aber noch einmal: Wenn Sie diese Aktualität nicht liefern können, lassen Sie es lieber bleiben! Stecken Sie Ihre Energie eher in ein gutes Marketing. Die Pflege von Foreneinträgen, Gastbeiträgen in redaktionellen Seiten (Fachmagazine und Blogs) und direkter Werbung in passenden Portalen ist dann erfolgversprechender.